HomoVZ
wie ein solches kommt Queerlee daher.
Schicker als StudiVZ und GayRomeo, und im Gegensatz zu letzterem auch nicht als Fickbörse ausgerichtet. Und eben nicht auf Männervögelnde Männer beschränkt. Wie beide will es ganz genau wissen wo ein Mensch herkommt. Von ersterem hat man sich leider die Unsitte abgeschaut, nach dem realen Namen zu fragen. Man kann den Machern dennoch nicht vorwerfen, überhaupt keine Gedanken an die Sensibilität des Themas verschwendet zu haben, schließlich gibt es ähnlich wie bei den blauen Seiten ein System, dass die Vertrauenswürdigkeit des Nutzers danach bewertet, wie viele andere Nutzer ihn kennen. Bei der ganzen nervigen Umsetzung des GayRomeo, dieser Aspekt gefällt mir. Nur nach meinem Geschmack ist die Schwelle bei Queerlee viel zu gering angesetzt. Bei drei Buddies in der Community (als Queer bezeichnet) ist ein Nutzer "trusted" und kann alle Profile komplett ansehen. Da man Realnamen benutzen sollte, missfällt mir dies extrem. Der Trusted User kann dann auch den Familiennamen sehen, von dem sonst nur der erste Buchstabe erscheint. Meine Erfahrungen beim StudiVZ, wo ich, bevor ich mich löschte, eben meinen Nachnamen so abkürzte, sagen mir, dass diese Tarnung nichts taugt. Bei beidem denke ich: "Autsch".
Prinzipiell bin ich dafür, zwischen on-und offline-Identitäten zu trennen, aber hier kommt erschwerend noch hinzu, dass es gerade für Nutzer, die in der Phase des Coming Outs stecken, vielleicht deshalb auch Rat und Unterstützung suchend Interesse an einer solchen Community haben könnten, oder die gute Gründe dafür haben, nicht allzu viele von ihrer sexuellen Orientierung wissen zu lassen, ein Problem sein dürfte.
Insgesamt scheint mir, dass sogar das StudiVZ seinen Nutzern mehr Privatsphäre zugesteht (unter der Vorraussetzung dass es läuft wie es soll). Schade.
Ansonsten nichts ungewohntes. Gruppen kann man gründen oder ihnen beitreten, Feunde verlinken, in sein Profil beispielsweise reinschreiben was man mag und was nicht, Fotos hochladen. Einen Eventkalender gibt es.
Der Natur der Sache folgend sind viele Gruppen themenbezogen, aber nicht nur. Würde mich nicht wundern wenn es bald so aussähe wie bie StudiVZ, nur ohne die ganze homophobe bzw. Heteromackerscheiße. Bei den Fotos sind mir studiVZsche Peinlichkeiten bislang nicht untergekommen. Hoffentlich hängt dies nicht nur damit zusammen, dass die Community jung ist.
Wozu ich eine Queere Linux-Gruppe brauche will sich mir nicht erschließem, für themenbezogene Diskussionen und Erfahrungsaustausch im Netz könnten passende Gruppen interessant sein. Auch für bundesweite Kommunikation zwischen Aktivisten.
Dennoch überwiegt bei mir die Skepsis. Mehr Kontrolle für den Nutzer darüber, wer was sehen darf, würde diese mildern, ebenso das Überbordwerfen der Realname-als-Standard-Unsitte.
Ach ja, Geld soll dort über Werbung reinkommen. Es werden auch Werbeformen angeboten, die mich als Nutzer einer Website eher abschrecken würden. (Intersitals, StickyAds).

hy i´m gay
Comment by timmi the gay — June 26, 2009 @ 15:56